Ausgabe 134, Management-Tipps

Essen und andere Strafsachen

Die Angst heimischer Gastronomen vor dem neuen Anfütterungsverbot war groß – zu unrecht. Warum ihre Geschäftsesser auch in Zukunft zu Hummerbisque statt Dosenfisch greifen werden.

Fotos: Shutterstock, Figlmüller Gmbh.

DosenfischEs war ein gastronomisches Horrorszenario, das sich 2008 nach Beschluss eines neuen Antikorruptionspakets in Österreich auftat:

Einladungen zu Geschäftsessen sollten ab sofort unter dem Sammelbegriff des „Anfütterns“ unter Strafe gestellt werden, dementsprechend wort-
reich echauffierte sich die halbe Republik über das Gesetz und die kolportierte 100-Euro-Geringfügigkeitsgrenze. Die Angst vor leeren Tischen und fehlenden VIP-Gästen bei Events wie den Salzburger Festspielen oder dem Beachvolleyball-Turnier am Wörthersee saß tief.
Nobelgastronomen wie Rudi Obauer, Eventer Hannes Jagerhofer und selbst der Bundespräsident malten ein tiefschwarzes Bild der zukünftigen Geselligkeit unter Geschäftsfreunden. Lange geisterten die Schreckensbilder von an Kugelschreibern und Kalendern anstelle von Entenbrust und Hummer nagenden Amtsträgern und Wirtschaftstreibenden aber ohnehin nicht durch die Gazetten. Bereits ein Jahr später gaben die Regierungsparteien dem Druck von außen nach und hoben die Anti-Korruptions-
bestimmungen wieder auf. Zu verdanken war dieser Schritt Wirtschaftsgranden wie Siemens-Chefin Brigitte Ederer und Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler. Stichwort: Lobbying.

Fakt ist: Wie hoch...

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14.11.2015