Ausgabe 137, Porträts

„Mein Lebensziel ist erreicht. Jetzt will ich mehr!“

Der skandinavische Hotel-Tycoon Petter Stordalen eröffnete einst alle zwei Wochen ein Hotel. heute besitzt er fünf Ketten mit 170 Häusern. Der Selfmade-Milliardär im Exklusiv-Interview.

Foto: Nordic Choice Hotels, Marcel Leliënhof

Die letzten Jahre waren für die meisten Hoteliers ausgesprochen schwierig. Trotzdem haben Sie es geschafft, mehr als 170 Hotels zu eröffnen und vor allem auch finanziell erfolgreich zu sein. Was machen Sie anders?
Petter Stordalen: Wenn die Zeiten hart sind, haben die meisten Unternehmen Angst zu investieren und stoppen all ihre Strategien. Die Nordic Choice Hotels machen das exakte Gegenteil. Wir sehen in der Krise die Chance zu wachsen. Wir geben uns auch nie mit dem Ist-Zustand zufrieden, denn der Erfolg beginnt erst dann, wenn man neue Perspektiven sucht, anstatt sich mit ständigen Limitationen das Leben schwer zu machen.

Das klingt sehr einfach. Vergleichsweise expandiert die Rezidor Hotel Company nach wie vor weltweit und schreibt trotzdem jährlich rote Zahlen. Wie schafft man das?
Stordalen: Die Nordic Choice Hotels setzen sich aus den fünf unterschiedlichen Hotelketten Comfort Hotels, Quality Hotels, Quality Resorts, Clarion Hotels, Clarion Collection und Nordic Hotels & Resorts zusammen. Jede Marke bietet eine große Bandbreite an einzigartigen Hotelprodukten mit authentischem Engagement und persönlichem Service. Wir stellen die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Hotels durch Joint Operating Systems sowie durch effektiven und innovativen Gebrauch von Technologien sicher.

Sie sind ja wahrlich ein Tech-Freak, haben eine persönliche Website, bloggen und twittern. Sind neue Medien heute unabdingbar?
Stordalen: Früher hatten wir Anzeigen, Broschüren und Hotels mit ihren drei, vier oder fünf Sternen. Die neue Generation braucht keine Werbung oder Broschüren. Social Media verändern die Art, wie wir Geschäfte machen. 2011 haben wir etwa ein Hotel in Oslo eröffnet, das Comfort Xpress heißt. Die Leute sollten das Hotel mit ihrem Smartphone nicht nur suchen, sie sollten es buchen, bezahlen und das Handy als Schlüssel benutzen. Das Hotel hat keine Rezeption und war lange das erste dieser Art. Es gab auch keine Anzeigen, wir ließen es ganz einfach...

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14.11.2015