Ausgabe 191, Porträts

Vilhjalmur Sigurdarson & Seppe Nobels: Erbarmungslose Lokalisten

Verliebt in die eigene Region: Vilhjalmur Sigurdarson und Seppe Nobels gehören zu den Kitchen Rebels aus Flandern. Auf der CHEFDAYS-Bühne zeigen sie, was das bedeutet.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Monika Reiter, Claudio Martinuzzi

Kitchen Rebels

Die Zukunft der Küche

Nein, in Belgien gibt es nicht nur Schokolade und Bier. Für alle, die jetzt aber Angst haben, dass wir belgische Schokolade aus den Rezepten verbannt haben, seid beruhigt. Für das Dessert haben wir Zartbitterschokolade mitgebracht“, lacht Seppe Nobels, der gemeinsam mit Vilhjalmur Sigurdarson die Cooking Demonstrations auf der CHEFDAYS-Bühne eröffnete. 

Nobels ist einer von 25 Kitchen Rebels unter 35 Jahren, die sich in der Region Flandern in Belgien zusammengetan haben, um der flämischen Gastronomie und reinen Produkten zu frönen. Sigurdarson – auch ein Rebell in der Küche – und Nobels verbinden die Liebe zu Gemüse und der Nose-to-tail-Gedanke: „Es wird zu viel weggeschmissen. Deshalb nutzen wir alles – von der Wurzel zur Frucht bis zu den Blättern. Aber auch alles vom Tier. Nur so kann es in Zukunft funktionieren.“ 

Ein weiterer Punkt, der die zwei Kitchen Rebels verbindet: die Verwendung regionaler Lebensmittel. Der gebürtige Isländer und Wahl-Flame Vilhjalmur Sigurdarson verwendet in seinem Restaurant Souvenir ausschließlich Lebensmittel, die unmittelbar um, am oder beim Restaurant wachsen, gedeihen, gezüchtet werden: „Als regionale Küche wird schnell einmal der Stil oder die Philosophie des eigenen Restaurants beschrieben. Aber dann steckt auf einmal Passionsfrucht im Dessert. Wie kann das sein und warum muss das sein?“ Wenn das Gute doch so nah liegt, muss man nicht in die Ferne schweifen.

Deshalb nutzen wir alles – von der Wurzel zur Frucht bis zu den Blättern. Aber auch alles vom Tier. Nur so kann es in Zukunft funktionieren.

Seppe Nobels über seine Philosophie

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09.06.2016