Ausgabe 194, Konzepte & Openings, F&B Know-how

Kaffee-Infusion

Sie sind die Apostel der neuen Coffeeshop-Bewegung. Wie die Macher hinter den weltbesten Konzepten ihre Philosophie vom schwarzen Gold verkaufen.

Text: Marion Wolf     Fotos: tobylewisthomas, Justin Chesney, Maria Petersen, Puxan BC 2015 | Pushan Chawla-Bhowmick, Haldane Martin, The Espresso Lab, Christian Husar, Andreas v. d. Heyde, Seitaro Matsuoka, Dominique Hammer

Die Macher von Truth Coffee Roasting in Kapstadt

Alles andere als dünne 08/15-Einheitsplörre

"Gib mir mehr von dem Stoff", bettelt der Koffein-Junkie den Typen hinter der Theke an. Und der Barista hat richtig guten Stoff in seiner Maschine, denn er ist angefixt von der Idee des God Shot, den besten Kaffee seines Lebens zu kreieren. Also alles andere als dünne 08/15-Einheitsplörre.

Craft-Coffeeshops oder auch Speciality-Coffeeshops schwimmen auf der dritten Welle der Kaffeebewegung, nach dem Kaffee als Alltagsgetränk und Starbucks, der seit den 80er-Jahren die Kaffeebar als zweites Wohnzimmer etablierte. „Starbucks hat den jungen Leuten beigebracht, dass man Kaffee genießen kann“, hält Johanna Wechselberger, Inhaberin von Vienna School of Coffee und Die Rösterin in Wien, dem Großkonzern zugute. Vor etwa zehn Jahren etablierten sich die Pioniere der Independent Coffeeshops, die besser sein wollten als die „bösen großen“. „Starbucks ist der Leitwolf, aber die Follower sind agiler im Markt“, beschreibt Gastro-Innovationsexperte Pierre Nierhaus das Phänomen der Coffeeshop-Bewegung. Der Coffeeshop-Gigant Starbucks funktioniere heute nur noch an Touristenspots, Verkehrsknotenpunkten und Malls. Nach Fastfood und Massenkonsum geht es um mehr Individualität – mehr Qualität statt Quantität. Ähnlich wie schon bei Craft-Beer-Konzepten oder kleinen Burgerläden, die viel Wert auf Herkunft und Handmade-Style legen.

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10.08.2016