Ausgabe 197, Porträts

Daniel Achilles – Das stille Genie

Antigroßstädter und ­i­ntro­vertiertes Wunderkind: Daniel Achilles hat es trotz Machomanko im Haifischbecken Berlin zu zwei Sternen gebracht. Sein stoischer Aufstieg.

Text: Georg Hoffelner     Fotos: Claudio Martinuzzi

Hartes Pflaster Berlin

In der deutschen Bundeshauptstadt geht’s grad mal wieder drunter und drüber: Kochtroubadour und TV-Onkel Kolja Kleeberg schließt seinen Laden und auch Roel Lintermans verlässt das Les Solistes im Hotel Waldorf Astoria Berlin. Nachdem Matthias Diether Anfang des Jahres im first floor quittiert hat, ist das jetzt der dritte Stern, der den Berliner Foodies flöten geht. Berlin ist ein hartes Pflaster. Das stimmt. Aber auch ein aufregendes. Hier muss die Elite permanent am Ball bleiben. 

Umso bemerkenswerter: Daniel Achilles schafft es, seit 2009 mit völligem Understatement in der heiß umkämpften Spreemetro­pole reinsten Stoff auf die Teller zu bringen. Zwei Sterne erhellen die historischen Edison-Höfe in Berlin-Mitte und sein Restaurant reinstoff kann es in dieser Form eigentlich auch nur in Berlin geben. Es ist anders, selbständig und damit außergewöhnlich echt. Hier kann jeder so sein, wie er ist, und das ist typisch für die deutsche Hauptstadt. „Wenn du dich in Berlin nicht bewegst, dann wirst du gefressen“, zitiert Achilles eine Textzeile eines bekannten Songs. Und das trifft es sehr gut. „Mir fällt das schon alleine daran auf, was bei uns hier in der Nachbarschaft in den letzten Jahren abgegangen ist. Ich finde das toll. Es ist doch ein Zeichen dafür, dass es immer hochwertiger und qualitativer wird. Ich hoffe, dass wir da auch in Zukunft immer vorne mit dabei sind.“

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13.10.2016