Ausgabe 197, Porträts

Das Lamm im Wolfspelz

Vom JUNGEN WILDEN hin zum internationalen Shootingstar: Michael Wolf kämpfte sich in seinem eigenen Restaurant in Amsterdam zum Alphatier und kocht rotzfrech wie nie.

Text: Georg Hoffelner     Fotos: Monika Reiter

Vorarlberger Frohnatur

Der Schalk sitzt dem gebürtigen Vorarlberger noch immer im Nacken, denn der Schmäh rennt ununterbrochen. Es ist jedes Mal aufs Neue erfrischend, auf Michael Wolf zu treffen, denn fad wird’s einem mit dem JUNGEN WILDEN 2009 nicht so leicht. Seine Augen funkeln furchtlos vor lauter Lebenslust und wenn er spricht, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Dabei schultert er seit einem Jahr und drei Monaten die Last, im Haifischbecken Amsterdam ein eigenes Restaurant zu betreiben, und könnte, wie viele andere Kollegen auch, mit gestressterer Miene durch die Gegend laufen. 

Zudem ist er Jung-Papa und scheint auch durchs Baby verursachte kurze Nächte gut wegzustecken. Obwohl recht zentral in Bahnhofsnähe gelegen, befindet sich sein Restaurant Wolf Atelier abseits der touristischen Trampelpfade in einer mittlerweile stillgelegten Drehbrücke am nördlichen Ende der Prinsengracht. Die etwas abgelegene Lage stellt für den sympathischen Koch aber keinen wirklichen Nachteil dar. Durch seinen jahrelangen Erfolgslauf als Küchenchef im Amsterdamer Restaurant Envy hat er sich seinen fixen Platz in der holländischen Oberliga nämlich schon lange erkocht und die Wolf-Fans sind ihm natürlich liebend gern auch in die neue stylishe Location gefolgt.

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14.10.2016