Ausgabe 219, Porträts

Der mutige Björn pfeift auf die Schickimicki-Gastronomie

Wer hier weiß eingedeckte Tische, gedämmtes Licht und leise Hintergrundmusik sucht, der sucht vergeblich. Björn Swansons Golvet in Berlin gibt Vollgas.

Text: Andrea Böhm     Fotos: Thomas Haindl, Thomas Schlorke, beigestellt

Elektronikmusik im Hintergrund, die offene Küche im Mittelpunkt und alles läuft leger ab, selbst das Service ist eher casual. Und mittendrin Björn Swanson. Gastgeber, Chefkoch und – ja, man könnte es fast so ausdrücken – Erfinder des Golvet. „Das Golvet ist mein Baby. Ich fühle mich für alles verantwortlich“, sagt er stolz. Angefangen vom Umbau über die Architektur bis hin zum einzigartigen Restaurantkonzept: Alles entstammt seinen Ideen.

„Ich wollte ein Restaurant konzipieren, das mich als Gast glücklich machen würde, denn ich hatte von der ganzen Schickimicki-Sterne-Gastronomie einfach die Schnauze voll.“ Vor fast genau einem Jahr hat das Gourmetrestaurant, das sich nicht als solches bezeichnen möchte, seine Pforten geöffnet. Seither thront es hoch oben im achten Stock mit Skyline-Blick auf Nationalgalerie und Potsdamer Platz. Und die Berliner, die auch ein Plus an Experimentierfreudigkeit fordern, nehmen dieses Angebot dankend an.

„Wenn man eine internationale Metropole sein will, dann muss man auch mutig bei den Food-Konzepten sein.“ Was das betrifft, ist die Hauptstadt in den letzten Jahren mit vielen kontroversen Konzepten auf einem guten Weg. „Die sind alle vielversprechend, laufen gut und da fügen wir uns in eine Reihe ein“, erklärt Björn Swanson.

Der Gast hat die Wahl

90 Sitzplätze bietet das Golvet, was wirklich einmalig für Berlin ist. Die offene Küche lässt keine Geheimnisse zu, man hat die Wahl zwischen Menü oder à la carte und selbst zu später Stunde muss man auf eine ordentliche Mahlzeit nicht verzichten: „Bei uns kann man auch noch um 23 Uhr an die Bar kommen und einen Hauptgang bestellen.“ Björn Swanson ist es wichtig, dass der Gast immer die Wahl hat. Er will nicht einschränken, nicht beengen und somit auch mit der Zeit gehen.

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15.03.2018