Mund auf!

Das Vorstellungsgespräch haben Sie – doch was nun? So setzten Sie sich gegen die Konkurrenz durch, denn es geht vor allem um die Persönliche Kompetenz der Bewerber!
November 13, 2015

Fotos: Werner Krug, Jimmy Lunghammer, Grand SPA Resort A-ROSA Kitzbühel, Andreas Tischler, Shutterstock, www.gehaltscoach.de, LE MERIDIEN Vienna, beigestellt
eine Vorstellungsrunde in einem Betrieb

Verschwitze Hände und die Vorfreude auf das kommende Gespräch. Sie wollen diesen Job! Die erste Barriere haben Sie bereits durchbrochen, denn Ihre Bewerbungsunterlagen wurden sorgfältig geprüft und Sie haben das Ticket in das Finale erhalten: in die Vorstellungsrunde!

Um auch diese Hürde mit Bravour zu meistern, liegt es aber nun vor allem an Ihnen selbst. An Ihrer Persönlichkeit. Aber keine Angst: Sie müssen und sollen sich nicht verstellen. Jetzt kommt es darauf an, dass Sie sich und Ihren Lebenslauf perfekt und gekonnt präsentieren.

Human Resources Managerin des Wiener Hotels „Le Meridien“ Christiane Otter legt großen Wert auf den Charakter ihrer Bewerber: „Ich interessiere mich immer für den Menschen an sich, denn mir ist der Gesamteindruck sehr wichtig.“
Um besonders sympathisch auf den Personalverantwortlichen zu wirken, hilft es, seine Sitzhaltung zu spiegeln. Denn Menschen, die sich mögen, nehmen oft dieselbe Körperhaltung an…

Fotos: Werner Krug, Jimmy Lunghammer, Grand SPA Resort A-ROSA Kitzbühel, Andreas Tischler, Shutterstock, www.gehaltscoach.de, LE MERIDIEN Vienna, beigestellt
eine Vorstellungsrunde in einem Betrieb

Verschwitze Hände und die Vorfreude auf das kommende Gespräch. Sie wollen diesen Job! Die erste Barriere haben Sie bereits durchbrochen, denn Ihre Bewerbungsunterlagen wurden sorgfältig geprüft und Sie haben das Ticket in das Finale erhalten: in die Vorstellungsrunde!

Um auch diese Hürde mit Bravour zu meistern, liegt es aber nun vor allem an Ihnen selbst. An Ihrer Persönlichkeit. Aber keine Angst: Sie müssen und sollen sich nicht verstellen. Jetzt kommt es darauf an, dass Sie sich und Ihren Lebenslauf perfekt und gekonnt präsentieren.

Human Resources Managerin des Wiener Hotels „Le Meridien“ Christiane Otter legt großen Wert auf den Charakter ihrer Bewerber: „Ich interessiere mich immer für den Menschen an sich, denn mir ist der Gesamteindruck sehr wichtig.“
Um besonders sympathisch auf den Personalverantwortlichen zu wirken, hilft es, seine Sitzhaltung zu spiegeln. Denn Menschen, die sich mögen, nehmen oft dieselbe Körperhaltung an.

Gut vorbereitet ist halb gewonnen

Bei einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch kommt es vor allem darauf an, gut vorbereitet zu sein. Gerade in Zeiten des unbeschränkten Informationsflusses via Internet kann auf viele Eckdaten der zukünftigen Firma zugegriffen werden. Eine umfassende Vorbereitung auf den zukünftigen Arbeitsplatz ist unerlässlich, auch in Bezug auf die Unternehmensziele und wie sich diese mit den eigenen vereinbaren lassen. „Das zeigt Interesse am zukünftigen Arbeitgeber und zudem auch Engagement“, versichert Otter.

Die eigenen Ziele sollten ebenfalls klar definiert werden. Stellen Sie sich die Fragen: „Was will ich und was erwarte ich mir in meinem neuen Job? Wo sehe ich mich in fünf Jahren?“ „Ich stelle immer gerne die Frage: ‚Was brauchen Sie generell, um im Job glücklich zu sein?‘“, sagt Otter, die täglich an die 15 Bewerbungen erhält und zwischen drei und sechs Bewerbungsgespräche pro Tag führt.

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Die Zeiten, in denen der Bewerber als Bittsteller gegenüber dem Personaler auftritt, sind vorbei. „Wir haben ja auch nichts davon, wenn Mitarbeiter unzufrieden sind und sich versklavt fühlen“, sagt Otter.

Heute wird ein gleichwertiges Arbeitsverhältnis angestrebt. Das Ziel eines Bewerbungsgespräches ist es, herauszufinden ob Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich vorstellen können, ihre zukünftige berufliche Zeit gemeinsam zu verbringen. Dafür ist aber eine Voraussetzung, dass beide Parteien mit offenen Karten spielen. Dieser Meinung ist auch Otter: „Ich erwarte mir von den Bewerbern Glaubwürdigkeit und dass ich mich auf sie verlassen kann.“ Ist der zukünftige Mitarbeiter kompetent, verlässlich, motiviert und zeigt er Lernbereitschaft, so hat er gute Chancen. „Wenn ich Potenzial sehe, dann verlange ich auch nicht, dass jeder Handgriff gleich von Beginn an sitzt“, ergänzt Otter.

Worüber gesprochen wird

Der Start eines Gespräches, nach dem kurzen Eingangs-Small-Talk, besteht im Wesentlichen aus der Selbstpräsentation des Kandidaten in Form eines Monologes. Dann folgt das Frage-und-Antwort-Spiel: Eine der häufigsten Fragen ist die der Stärken und Schwächen. Hier sollte der Kandidat seine Stärken betonen und seine Schwächen positiv umsetzen, wie: „Ich bin sehr kreativ, manchmal auch etwas unordentlich. Aber meine Termine halte ich immer ein.“

Sehr beliebt sind auch richtig fiese Fragen, bei denen es nicht nur auf die Antwort ankommt, sondern auch, wie der Bewerber reagiert. Dazu gehören Fragen wie: „Wie motivieren Sie sich?“ „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“ „Warum wollen Sie Ihren Arbeitgeber wechseln?“

„Heben sie beim Gespräch ihre positiven Eigenschaften in den Vordergrund.“

 

Die Antworten sollten vorher gut überlegt sein. Der Bewerber darf sich hier nicht selbst ins Out schießen. Statt ehrlich zu antworten, dass er motiviert ist, da er Geld verdienen muss, sollte er lieber die Motivation nennen, dass ihm die Arbeit Spaß macht. Positive Vorzüge in den Vordergrund zu stellen, kommt immer besser an. So sollte er auch über vergangene Kollegen, Chefs oder Arbeitsbedingungen nicht lästern, sondern immer seine persönlichen Ziele als Wechselgrund anführen.

Stellt der Personalchef unerlaubte Fragen, wie nach der sexuellen Neigung, Religion, Parteizugehörigkeit, Vorstrafen oder Austritts- bzw. Kündigungsgrund im früheren Unternehmen, so ist Coolness angesagt. Kontern auf die Frage nach einer Schwangerschaft à la „Ist das eine Voraussetzung für diesen Job?“ ist erwünscht.

Auch der Bewerber sollte auf keinen Fall darauf verzichten, Fragen zu stellen. Hierbei ist aber vor allem die Reihenfolge wichtig: Er sollte niemals mit Gehalt, Urlaubstagen, Arbeitszeiten oder Sozialleistungen beginnen. Viel sympathischer wirkt er, stellt er zuerst die Fragen zum Team, der Einarbeitung, den Vorgesetzten und der Arbeit an sich. Das zeugt von ehrlichem Interesse an der ausgeschriebenen Stelle an sich.

Es ist enorm wichtig, authentisch zu wirken. Nicht nur im Verhalten, sondern auch mit typgerechter Kleidung. Dabei kommt es nicht darauf an, immer top gestylt zu Vorstellungsgesprächen zu gehen. „Ich erwarte von einem zukünftigen Koch nicht, dass er im Anzug mit Krawatte kommt“, erzählt Otter. Je nach Charakter und der entsprechenden Stelle – ob mit viel oder wenig Kontakt zu den Gästen – können auch eine ordentliche Hose und ein Hemd genügen.

„Ich kann mir beispielsweise einen Blick auf die Schuhe der Bewerber nicht verkneifen“, verrät Otter, „Passen sie zum Rest der Person, wirkt das ehrlich und das Gesamtpaket stimmt.“

phpYJ6YSqSo viel können Sie verdienen

Wie hoch ist Ihr Marktwert?

Zur Person

Martin Wehrle,
Gehaltscoach und Autor
Der gelernte Journalist hat vor seiner Tätigkeit als Gehaltscoach und Autor mehrere Führungspositionen bekleidet. In seinem Buch „Geheime Tricks für mehr Gehalt“ verrät er Tipps für eine gewinnbringende und geschickte Gehaltsverhandlung.
www.gehaltscoach.de

Mehr Geld, mehr Chancen

Über Geld spricht man nicht. Falsch! Gerade beim Vorstellungsgespräch sollten Sie genau wissen, wie viel Gehalt Sie verlangen können, wollen und dürfen. Gehaltscoach Martin Wehrle hat die besten Tipps.

ROLLING PIN: Was muss der Bewerber beim Vorstellungsgespräch beachten, wenn es um das Thema Gehalt geht?
Martin Wehrle: Ganz wichtig ist das Bewusstsein dafür, dass eine höhere Gehaltsforderung auch die Chance erhöht. Das funktioniert wie im Supermarkt: an der Billigware auf dem Wühltisch muss etwas faul sein. Mit guten Bewerbungsunterlagen, guten Referenzen und einer höheren Forderung gilt man als der Mercedes unter den Bewerbern.

RP: Woher weiß der Kandidat, was er verlangen kann?
Wehrle: Das Klügste ist, im Vorfeld zu recherchieren. Der Bewerber muss genau wissen, wie hoch sein Marktwert ist und wo seine Schmerzgrenze liegt. Das gibt ihm Sicherheit.

RP: Wo kann er sich genau informieren?
Wehrle: Am besten über persönliche Kontakte. Er sollte mit Freunden in der selben Branche offen über das Gehalt sprechen. Es gibt auch die Möglichkeit, Gehaltsvergleiche im Internet zu recherchieren. Dabei ist aber Vorsicht geboten, denn die Gehälter hängen mit den Mietpreisen zusammen und sind von Stadt zu Stadt verschieden. Auch Branchentarife können einen Anhaltspunkt geben. Sie sind aber immer Mindestlöhne für eine Minimumleistung. Ganz wichtig ist zu bedenken: Wenn ich mehr Leistung erbringe, verdiene ich auch ein höheres Gehalt!

RP: Wie hoch kann es angesetzt werden?
Wehrle: Das kommt auf die Situation an: Wenn ich schon länger im Gewerbe bin und mir bereits einen Namen gemacht habe, ist es gut, im Gespräch zuerst einmal alles aufzuzählen, wie die wichtigsten Stationen, Auszeichnungen etc., dann sollte der Bewerber mit den Worten „Ich sehe meinen Marktwert von … bis …“ seine konkrete Vorstellung mitteilen.

RP: Wie konkret darf er dabei sein?
Wehrle: Die Summen, die genannt werden, sollten immer einen Minimum-Spielraum von 10 bis 20 Prozent beinhalten. Der, der fordert, nennt eine höhere Summe, als er eigentlich haben will. Das heißt konkret: will ich 3000 Euro, muss ich 3200 verlangen.

RP: Und wenn dem Bewerber ein Angebot vorgelegt wird?
Wehrle: Bei einem Angebot ist es genau umgekehrt: Der, der bietet, bietet immer weniger an, als er bereit ist, auszugeben. Darum ist ein Angebot auch immer nach oben verhandelbar. Die Höhe bestimmen die Argumente, mit denen der Bewerber kommt. Wird er abgeworben, kann er mit seinem derzeitigen Gehalt einen Rahmen vorgeben. Das neue Risiko, die neue Verantwortung und die Tatsache, dass auch im alten Job eine Erhöhung absehbar war, helfen hier und führen zu 20 bis 25 Prozent mehr Gehalt.

RP: Wann ist der beste Zeitpunkt im Gespräch, über das Geld zu sprechen?
Wehrle: Der Bewerber sollte warten, dass die Firma von sich aus darauf zu sprechen kommt. Ist das selbst in der zweiten Gesprächsrunde noch nicht geschehen, muss er nachfragen und seine Vorstellungen klarmachen.

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