Und Tschüss: Richtig Schluss machen

Niemand wird gerne verlassen. Doch weil jedes Ende auch ein Anfang ist, sollte das richtige Kündigen unbedingt gelernt sein. Oder wollen Sie Ihrem Chef das Herz brechen?
November 13, 2015

Ein Herr vollbepackt mit Kartons in verschiedenen Größen nach einer Kündigung Zusammenpacken, Tschüss sagen, auf und davon. Wer einen neuen Job vor Augen hat, der tut sich meist leicht mit dem Kündigen. Doch nicht nur die persönliche Karriereleiter ist wichtig, sondern auch, wie man seinen Arbeitgeber zurücklässt, machen Karriereberater aufmerksam. Gerade in der Hotellerie zeigte sich in den vergangenen Jahren ein Trend hin zur schnellen Kündigung.
Dabei fängt es schon damit an, wem gegenüber man die Kündigung ausspricht. Der größte Fehler ist, wenn man seine Kollegen vorab informiert. Damit riskiert man nur, dass Gerüchte entstehen oder Intrigen gesponnen werden. Das Problem: Mit ihrem obersten Chef haben die meisten nicht viel zu tun. „Am besten, man spricht zunächst mit seinem direkten Vorgesetzten“, empfiehlt Jürgen Hesse, Autor und Gründer des Büros für Berufsstrategie in Deutschland.

Einer, der weiß, wie man einen perfekten Abgang zelebriert, ist der österreichische Chefkoch im 4-Hauben-Restaurant Landhaus Bacher, Thomas Dorfer. Der 33-Jährige wechselte im Laufe seiner Karriere 6-mal den Arbeitsplatz. Von den guten Kontakten mit seinen ehemaligen Chefs profitiert Dorfer heute noch. „Wenn ich kündigen wollte…

Ein Herr vollgepackt mit Kartons in verschiedenen Größen nach einer Kündigung Zusammenpacken, Tschüss sagen, auf und davon. Wer einen neuen Job vor Augen hat, der tut sich meist leicht mit dem Kündigen. Doch nicht nur die persönliche Karriereleiter ist wichtig, sondern auch, wie man seinen Arbeitgeber zurücklässt, machen Karriereberater aufmerksam. Gerade in der Hotellerie zeigte sich in den vergangenen Jahren ein Trend hin zur schnellen Kündigung.
Dabei fängt es schon damit an, wem gegenüber man die Kündigung ausspricht. Der größte Fehler ist, wenn man seine Kollegen vorab informiert. Damit riskiert man nur, dass Gerüchte entstehen oder Intrigen gesponnen werden. Das Problem: Mit ihrem obersten Chef haben die meisten nicht viel zu tun. „Am besten, man spricht zunächst mit seinem direkten Vorgesetzten“, empfiehlt Jürgen Hesse, Autor und Gründer des Büros für Berufsstrategie in Deutschland.

Einer, der weiß, wie man einen perfekten Abgang zelebriert, ist der österreichische Chefkoch im 4-Hauben-Restaurant Landhaus Bacher, Thomas Dorfer. Der 33-Jährige wechselte im Laufe seiner Karriere 6-mal den Arbeitsplatz. Von den guten Kontakten mit seinen ehemaligen Chefs profitiert Dorfer heute noch. „Wenn ich kündigen wollte, war es für mich immer wichtig, ehrlich zu sein. Am besten ist, man sucht nicht zum letztmöglichen Kündigungstermin das Gespräch, sondern klärt das rechtzeitig schon im Vorfeld ab und informiert den Chef von seinen Plänen.“ Je nach Position macht es Sinn, bereits ein Jahr vor einer möglichen Kündigung Bescheid zu geben und es dem Unternehmen somit zu erleichtern, die Stelle nachzubesetzen.

Man sollte unbedingt berücksichtigen, dass man die Zurückbleibenden mit seinem Abgang kränkt. „Niemand wird schließlich gern verlassen“, erläutert Hesse. Daher sollte derjenige, der gekündigt hat, möglichst taktvoll vorgehen und großzügig sein. Dies bedeutet zum Beispiel, dass man die guten Seiten des Unternehmens lobt oder darauf eingeht, wie gern man in diesem Team gearbeitet habe. Hilfreich ist es weiters, wenn man einen einleuchtenden Grund für die Kündigung nennen kann. Etwa, dass man ein attraktives Stellenangebot bekommen habe und nun einen weiteren Karriereschritt mache. Dorfer: „Am besten ist, man setzt sich zusammen und erklärt, dass man mit seiner derzeitigen Arbeit zwar sehr zufrieden ist, man sich aber in eine Richtung weiterentwickeln will, die einem der jetzige Arbeitgeber nicht bieten kann.“ Vom Rechtlichen her darf nicht vergessen werden, die Kündigung unbedingt schriftlich und mit Unterschrift einzureichen. Fax, E-Mail oder eine Kopie sind nicht zulässig.

Der größte Fehler lauert aber erst jetzt: Viele denken, dass sie sich in den letzten Arbeitswochen ein gemütliches Leben machen können. „Beurteilt wird man aber vor allem auch, wie man sich in dieser Zeit verhalten hat“, so Hesse. Das kann sich bei der Weiterempfehlung schwer auswirken. „Das Zeugnis ist in der Hotellerie und Gastronomie ein wichtiger Faktor, deshalb darf man sich keineswegs hängen lassen“, rät Dorfer. Ist dann wirklich der letzte Tag gekommen, kann man eine kleine Feier organisieren, bei der man sich noch einmal bei allen Kollegen für die gute Zusammenarbeit bedanken sollte. Zudem ist es ratsam, wenn man sich nach dem Ausscheiden für allfällige Anfragen zur Verfügung stellt.
Das hilft auch, den Kontakt zu halten. „Das Um und Auf in dieser Branche ist, dass man gute Leute kennt“, so Dorfer. Bei ehemaligen Arbeitgebern sollte man sich deshalb regelmäßig melden. Eine Karte zu Weihnachten oder ein Besuch einmal im Jahr im Restaurant, das reicht schon aus.

kündigungen: der crashkurs

Gespräch suchen:
Kündigen Sie nicht zum letztmöglichen Zeitpunkt,
sondern informieren Sie Ihren Arbeitgeber
rechtzeitig.

Schriftlich:
Eine Kündigung ist nur dann wirksam,
wenn sie schriftlich und unterschrieben
eingebracht wird.

Der Kündigungsgrund:
Lassen Sie Ihren Arbeitgeber wissen,
dass Sie zufrieden waren,
sich aber nun weiterentwickeln wollen.

Nicht nachlassen:
Nützen Sie die letzten Arbeitstage,
um einen perfekten Eindruck zu hinterlassen.
Das macht sich nicht nur im Arbeitszeugnis
bemerkbar.

Danke sagen:
Feiern Sie den Abschied mit Ihren Kollegen
und bedanken Sie sich für die gute
Zusammenarbeit.

Kontakt halten:
Melden Sie sich in regelmäßigen Abständen
bei Ihren ehemaligen Arbeitgebern.
Das kann auch bei der Jobsuche in Zukunft
von Vorteil sein.

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