Ausgabe 144, Porträts

10 Fragen an Walter Eselböck

Was Sie schon immer über die Pioniere der Branche wissen wollten. Was treibt sie an, wie sehen sie sich selbst und wobei werden sie schwach?


10 Fragen an Walter EselböckFotos: Werner Krug

Philosoph unter den Köchen
Vom Barmann zum DJ über den Heurigenwirt bis zum 4-Hauben-Koch: Die Karriere des Autodidakten Walter Eselböck ist genauso beeindruckend wie steil. 1984 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Eveline, einer angesehenen Weinkennerin, im verschlafenen Dorf Schützen am Gebirge den Taubenkobel. Heute umfasst das Familienimperium fünf Betriebe mit insgesamt mehr als 60 Mitarbeitern. Der Ausnahmekoch über Bienenattacken, seinen Traumberuf und einen geklauten Briefumschlag.

1. Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg: Was ärgert Sie mehr und warum?
Da mir nach 40-jähriger Berufserfahrung immer klarer wurde, welche Anstrengung es erfordert, erfolgreich zu sein, ist mir jeglicher Anflug von Neid verflogen.

2. Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?
Ich habe das Glück, einen Traumberuf ausüben zu dürfen, und über Geld dachte ich beim Einstieg nicht nach!

3. Von wem würden Sie lieber angegriffen werden: von einem Bären oder einem Bienenschwarm?
Am Neusiedler See lebend eindeutig von einem Bienenschwarm, mit einem Schilfrohr in der Hand.

4. Lächeln Sie immer, wenn Sie fotografiert werden?
Da es das Leben gut mit mir gemeint hat: ja!

5. Haben Sie schon jemals im Wald gepinkelt?
Mich hat immer der einzelne Baum interessiert und nie der ganze Wald.

6. Was wäre Ihr letztes Mahl auf Erden?
Ein Fest mit meiner Familie und guten Freunden irgendwo im Süden.

7. Haben Sie schon einmal gestohlen?

Ja. Einen Briefumschlag im Norden. Ich habe ihn dann aber bei uns der Post wieder zurückgegeben.

8. Wen würden Sie als Ihren besten Freund bezeichnen?
Eveline, meine Frau!

9. Und wen als Ihren größten Feind?
Ich hab keine Feinde, höchstens ein paar Menschen, mit denen ich nicht reden will.

10. Der für Sie beste Koch der Welt?
Jener, der mit dem Ausdruck der Freude und Leidenschaft seiner Profession nachgeht und ein glückliches, erfülltes Leben lebt.
Die mediale Erfindung von Rankings sind stets eine subjektive Bestandsaufnahme und haben in der Kunst sowie bei Menschen, die sich in irgendeiner Form ausdrücken, nichts verloren.

4 Hauben
5 Betriebe
60 Mitarbeiter

2014 feiert der burgenländische Taubenkobel sein 30-jähriges Jubiläum.

Prominente Initialzündung: Der legendäre Helmut Qualtinger kam einst in das Lokal in Schützen und überredete den jungen Walter Eselböck, Kochen auch wirklich zu lernen.

www.taubenkobel.at
14.11.2015