Ausgabe 159, Management-Tipps

Grenzen auf und den Finger zeigen

So werden Köche reich und glücklich

Koch, illustriert
Fotos: Shutterstock, Gerald Rihar | HELGE KIRCHBERGER Photography Quellen: Nestlé Studie 2012 „Das is(s)t Qualität, STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus
Umweltbedingungen 3. Quartal 2011, im Auftrag des BMLFUW/25.04.2013, Statista 2014


Neulich im Spitzenrestaurant: Schokoladensoufflé, 29 Euro. Herkunft der Schokolade: Weltmarkt. So wie weit über 90 Prozent der gehandelten Schokolade. Geerntet von Kindersklaven. Rehfilet, 63 Euro, gebraten in mit viel Chemie raffiniertem Pflanzenöl. Herkunft des Palmöls: Indonesien, nur zwei Euro der Liter, angebaut auf abgeholzten Regenwaldflächen. Wegen der Raffination mit 3-MCPD-Estern belastet. Ochsenfilet, 76 Euro, Ochse aus konventioneller Aufzucht. Herkunft des Futters: Südamerika, Gen-Getreide angebaut in gigantischen Monokulturen. Auch hier: Regenwald abgeholzt und eingeborene Stämme vertrieben. Lecker Brot dazu. Herkunft des Mehls: Deutschland. Acker und Getreide wurden mit dem Totalherbizid Glyphosat gespritzt. Macht auf dem Feld alles kaputt, inklusive der Bienen. Auch den Menschen, weil Reste davon noch im Mehl enthalten sind. Ihnen vergeht gerade der Appetit? Weil hier Genuss auf Elend basiert? Jetzt schon? Dabei haben wir noch gar nicht über die Gänsestopfleber, den Thunfisch – der Gute kostet mittlerweile 70.000 Euro pro Prachtexamplar – oder die saftigen, leider antibiotikaverseuchten Sot-l’y-laisse, war aber Freilandhaltung, gesprochen. Geschmorte Schweinebacken von Schweinen aus … Ach, sparen wir uns das.

Die genannten Beispiele sind extrem, aber realen Speisekarten entnommen. Die Mutmaßungen über Zutaten und Produktion können als höchstwahrscheinlich richtig angenommen werden. Dass wir in einem System aus Profitgier und Ausbeutung minderwertige Lebensmittel produzieren, ist eine Binsenweisheit. Ebenso, dass dieses System von...

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14.11.2015