Ausgabe 166, Porträts

Kultige Krebse

Gernot Heigl, der Mann mit den Scherenhänden

Gernot Heigl
Fotos: Monika Reiter

Nur gut, dass der Lebensmittelinspektor im Bezirk Güssing offensichtlich ein sehr entspanntes Gemüt hat. Sonst würde er aufgrund der exotischen Produzenten in seinem Einzugskreis schon ganz schön mit den Knien schlackern. Und das im vermeintlich beschaulichen Südburgenland.
Denn nicht nur, dass im alten Bürgermeisterhaus von Deutsch-Tschantschendorf mit Gerhard Methlagl der ehemalige Masseur des österreichischen Skiteams aus Vorarlberg Hubbeltauben für die Top-Gastronomie züchtet (nachzulesen in ROLLING PIN 163) – nur ein paar Kilometer entfernt befindet sich in Stegersbach auch noch die einzige Flusskrebszucht Europas. Betrieben von Gernot Heigl aus Niederösterreich. „Jedes Mal, wenn der Inspektor wieder bei mir vorbeischaut, meint der Mann, dass er es immer noch nicht glauben kann, dass zwei solche Exoten wie Gerhard und ich in sein Aufgabengebiet fallen. Das ist auch oft Thema, wenn Gerhard und ich gemeinsam auf einen gemütlichen Kaffee gehen“, lacht Heigl. Denn bei all den Kuriositäten verwundert es auch nicht weiter, dass der Vorarlberger Taubenzüchter und der niederösterreichische Herr über Tausende Krebse auch noch gut befreundet sind. Wäre Heigl noch in seinem ursprünglichen Beruf tätig, wäre die Schlagzeile dazu wohl: „Fuchs und Hase waren gestern. Heute sagen sich Taube und Krebs auf dem Land Gute Nacht.“ Denn bevor der heutige Züchter beschloss, neben dem Heurigenbetrieb seiner Eltern eine Halle mit 24 Becken für Krebs, Saibling und Co. aufzustellen, war Heigl ein Medien-Mensch. „Ich habe eigentlich...

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14.11.2015