Ausgabe 172, Porträts

Kai Hollman - Der Hotelier mit dem markanten Stil

Bei den Geschichten seiner Hotelkonzepte muss es kribbeln, erst dann denkt Kai Hollmann ans Realisieren. Ein Unternehmer mit Hang zur Dramatik.

Kai HollmannFotos: Christian Perl - Superstyle, beigestellt

Ob er ein Trendsetter sei, beantwortet Kai Hollman ganz klar mit „Nein!“. Er sei vielmehr ein Hoteljunkie, dem es schwerfalle, Nein zu sagen. Besonders wenn es um schwierige Objekte wie das Alte Hafenamt in der Hansestadt Hamburg geht, dann ist der Hotelunternehmer Feuer und Flamme, auch wenn er sich manchmal fragt: „Warum tust du das?“ Hollmann hat einen Riecher für ungewöhnliche, mutige Hotelkonzepte, dafür wurde er bereits als Hotelier des Jahres und Hamburgs Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. Locations mit Geschichte sind sein Steckenpferd. Vom Gaswerk zum Designhotel Gastwerk, von der Druckerei zum Hostel Superbude St. Georg, vom Postamt zur Superbude St. Pauli. Hollmann ist zudem Initiator der 25hours-Hotel-Idee und Mitbegründer der Hotelgruppe. Im Alten Hafenamt Hamburg entsteht aktuell das achte 25hours Hotel, das Ende 2015 eröffnen soll – wieder ein Gebäude mit architektonischem und historischem Wow-Faktor. „Das Alte Hafenamt ist das älteste Gebäude in der HafenCity und von daher schon reizvoll. Ich bin öfter vorbeigelaufen, wusste, dass es schwierig werden könnte. Aber genau diese Herausforderungen, das Tüfteln und Suchen nach Lösungen machen mir Spaß.“ Und wenn er dann auch noch ein Team an Bord hat, das sich auf das Projekt freut, dann steckt er drin und kommt nicht mehr raus. Eben genau dieses Problem des Nein-Sagens. Gut so.

Realist ohne rosarote Brille
Wer glaubt, Hollmann liebe das Risiko, liegt falsch. Hanseatisch-konservativ wägt er, wie von seinem Vater und Großvater gelernt, ab und macht seine Entscheidung letztendlich von den Kennzahlen abhängig. Von der rosaroten Brille und Liebhabergeschichten, auch wenn es bei den sehr individuellen Designhotels des 57-Jährigen so scheinen mag, hält der Realist nichts. „Ein Konzept muss marktgerecht sein und wirtschaftlich funktionieren.“ Von mehreren Objekten habe er schon die Finger gelassen, das Risiko sei zu groß gewesen. Passiert es ihm, dass ihn ein spannendes Gebäude nicht loslässt? Abgehakt ist für Hollmann abgehakt, dann...

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14.11.2015