Ausgabe 201, F&B Know-how

Style dein Food: Das Auge isst mit

Es muss schmecken, was von der Küche beim Gast ankommt. Allerdings hängt der erste Eindruck nicht von den inneren Werten ab, sondern vom Aussehen. Für das Herausputzen der Lebensmittel gibt es viele Tricks – ganz ohne Haarspray.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Helge O. Sommer, Claudio Martinuzzi

Norman Wegner ist ein Profi am Teller: Seine Kompositionen sind überraschend, spannend und sorgen für einen Augenschmaus im Restaurant Hase & Igel in Düsseldorf.

Schöner Schein vs. Sein

„Schönheit ist ein Versprechen von Glück“, sagt der französische Schriftsteller Stendhal und erläutert damit den Mehrwert der Ästhetik. Was schön ist, muss gut sein. Andersherum verspricht ein lieblos angerichteter Teller nichts Gutes. Aber es ist gar nicht so leicht, im Küchenalltag auch noch auf die Schönheit am Teller zu achten. Schließlich muss es schmecken. 

Doch gerade der erste Eindruck stimmt den Gast auf das Gericht ein und verspricht, wenn dieser denn positiv ist, glückliche – und schmackhafte – Momente. Wer jetzt immer noch denkt, dass das nicht wichtig sei, wird spätestens bei der Planung des eigenen Kochbuchs feststellen, dass die Ästhetik die Verkaufszahlen steigen lässt. Das Auge isst – und zahlt – eben doch mit. 

„Die meisten Spitzenköche wissen, dass die Ästhetik auf dem Teller wichtig ist für das Gesamtergebnis“, erklärt Alexander Höss-Knakal, der als ehemaliger Koch und heutiger Lehrer an der Höheren Bundeslehranstalt für Tourismus und Wirtschaft, Wien 13 unterrichtet und als Foodstylist Lebensmittel ins rechte Licht rückt.

Für ein Foto darf ruhig etwas mit der Sauce getrickst werden. Punkt eins: Weniger ist mehr. Punkt zwei: Etwas dicker angerührt verläuft sie nicht am Teller.

Alexander Höss-Knakal über Tricks bei der Foodfotografie

„Für die Foodfotografie sind die Perspektive sowie die Lichtsetzung entscheidend. Als Tipp für Einsteiger und Profis: Wenn’s nicht passt, mach es noch mal.“ Die Zerstörung des (schlecht) Geschaffenen regt die Fantasie und Kreativität an.



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02.02.2017