Ausgabe 214

Feedlots: Klasse durch Masse?

In Feedlots werden Rinder mindestens 120 Tage endgemästet. Diese spezielle Ernährung sorgt für eine Marmorierung des Fleisches, die zur besonderen Zartheit und zum vollen Geschmack beiträgt. Wir erklären, was es mit den gigantischen Futterstationen auf sich hat.

Text: Georg Hoffelner     Fotos: Claudio Martinuzzi

Wer jemals einen Fuß auf eine der riesigen Feedlots dieser Welt gesetzt hat, wird diesen Anblick sein Leben lang nicht mehr vergessen. Nur zur Veranschaulichung: Anna Creek Station ist die größte Rinderranch der Welt. Sie liegt im australischen Bundesstaat South Australia und umfasst 23.677 Quadratkilometer.  Zum Vergleich: Slowenien hat 20.273 Quadratkilometer, womit Anna Creek um ein Vielfaches größer als die größte Farm der USA ist. Der Betrieb der mächtigen, alteingesessenen Familie Kidman umfasst 2,6 Prozent des gesamten australischen Agrarareals und ist somit größer als ganz Israel oder Irland. 185.000 Rinder werden dort aktuell auf 2,4 Millionen Hektar versorgt. Dimensionen, die man sich hierzulande kaum vorstellen kann. Dabei darf man eines nicht vergessen: Wie ein Tier gehalten wird, allen voran wie es gefüttert wird, hat neben der Rasse, der Schlachtung und der Reifung des Fleisches einen großen Einfluss auf die Fleischqualität.

03.11.2017