Ausgabe 128, Kolumne

Der Insider - Olympische Gastrospiele in London

Robert Kropf schreibt für all jene, die schon überall waren und alles kennen.


Robert Kropf Auch ich stecke in den olympischen Vorbereitungen für London – quasi im Aufbautraining, um es in Bestzeit in die neuen kulinarischen Adressen zu schaffen. Also: Der Brite Mark Hix – Koch, Gastronom, Gourmetkritiker – eröffnete gerade sein Restaurant Tramshed in Shoreditch. Ein Gesamtkunstwerk, weil Hix den britischen Künstler Damien Hirst um ein Kunstwerk bat. Hirst – nicht blöd – nimmt einen ganzen Stier und einen Hahn, setzt den Kleineren auf den Größeren und legt die zwei in Formaldehyd ein.

Gschmackig. Das Ambiente ist bahnhofshallenartig, zum Dinner empfehle ich das Brathuhn im Ganzen von der Woolley Park Farm. Zur Verdauung schaue ich mir die neuen Hotels in London an. CitizenM in Bankside, das ME by Melia mit Adults-only-Etage, Rooftopbar und dem STK Steakhouse aus New York. Das Café Royal und das Dorset Square Hotel. The Wellesley hätte mich am meisten interessiert, eröffnet aber erst im Herbst. Letzte Station: das Neon-Sex-Shop-Schild. Dahinter verbirgt sich La Bodega Negra, Londons neuestes In-Lokal. New Yorks Nightlife-King Serge Becker beschreibt sein erstes London-Projekt als „eine private Hacienda im Stil von Luis Buñuel“.

Das mexikanische Speakeasy-Restaurant bietet ein schummrig-surrealistisches Keller-Ambiente – mit Kunstwerken von Pierre Molinier, Stühlen in Kindergröße und einem alten Klavier, dem neues Leben als Kunstinstallation eingehaucht wurde. Gegessen wird mexikanisch, dazu servieren die Jungs 22 Tequilas. Die haben meiner Olympiakondition gar nicht gutgetan. Aber wie heißt es so schön: Dabei sein ist alles.

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14.11.2015