Ausgabe 153, Porträts

Für immer Wild

Gasthaus statt Sternetempel, Feuerwehrball statt Schickimicki-Event: Der JUNGE WILDE 2006, Michael Nährer, setzt auf Bodenständigkeit und ist damit ungebrochen erfolgreich.

Junger Wilder 2006, Michael NährerFotos: Werner Krug

Die zweite Haube? Die ist mir ehrlich gesagt scheißegal. Ich will lieber pünktlich Löhne ausbezahlen!“ Michael Nährer grinst mich an, huscht in die Küche und mir bleibt kurz Zeit, sein Statement sickern zu lassen. Während sich nämlich der Großteil seiner Kollegen gerne im Glanz und Glamour der Fine-Dining-Welt verliert, scheint der JUNGE WILDE 2006 äußerst relaxed am kalkhaltigen Boden des Traisentals geblieben zu sein. „Mir hat vor einiger Zeit ein Kollege vorwurfsvoll erklärt, warum man ab einem gewissen Level unbedingt Gabriel-Gläser braucht. Mit diesen Gläsern hatte er anscheinend Pech. Er musste Insolvenz anmelden, mich gibt es ohne Luxusgläser immer noch.

“ Nährer hat das geschafft, wovor viele Jungtalente heute leider allzu oft zurückschrecken: Er hat zu Hause im elterlichen Gasthof ohne räumliche Trennung zwei Welten miteinander vereint. Zum einen die Dorfgesellschaft, die am Sonntag zum Rindsbraten mit Semmelknödel und Preiselbeeren vorbeischaut. Zum anderen diejenigen, die wegen Michael Nährers großartigen Gerichten von weit her anreisen. Der kreative Gastwirt hat nämlich gar kein Problem damit, den Stammgästen auch mal...

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14.11.2015