Weiberwirtschaft

Wenn die Küche als das Herz eines Restaurants gilt, dann ist der Service die Seele. Und diese fulminanten Damen sorgen dafür, dass er keinen Infarkt erleidet, sondern immer am Puls der Zeit bleibt.
November 13, 2015

WeiberwirtschaftFotos: Wolfgang Hummer, Michael Holz Studio, Restaurant la vie, Restaurant taubenkobel

Jetzt mal Hosen runter: Wenn das Essen top, aber der Service schlecht ist, kommt kein Gast wieder. Ist das Essen o.k. und der Service dafür gewitzt, charmant und fühlt man sich ab der ersten Sekunde abgeholt, dann wird man trotzdem Stammgast. Und die Damen auf den folgenden Seiten sind Garanten dafür, dass Zweiteres immer eintritt – nun gut, die Männer an den Herden (und ihrer Seite) sind allerdings auch nicht von schlechten Eltern und kochen in den Ranglisten ganz oben mit. Doch es sind eben immer nur die Namen der Herren, die in den Medien genannt werden. Zeit, den Spieß umzudrehen und jene in den Vordergrund zu stellen, die dafür sorgen, dass auch alles, was nach dem Pass geschieht, reibungslos klappt. Die Gastgeberinnen sind nämlich…

WeiberwirtschaftFotos: Wolfgang Hummer, Michael Holz Studio, Restaurant la vie, Restaurant taubenkobel

Jetzt mal Hosen runter: Wenn das Essen top, aber der Service schlecht ist, kommt kein Gast wieder. Ist das Essen o.k. und der Service dafür gewitzt, charmant und fühlt man sich ab der ersten Sekunde abgeholt, dann wird man trotzdem Stammgast. Und die Damen auf den folgenden Seiten sind Garanten dafür, dass Zweiteres immer eintritt – nun gut, die Männer an den Herden (und ihrer Seite) sind allerdings auch nicht von schlechten Eltern und kochen in den Ranglisten ganz oben mit. Doch es sind eben immer nur die Namen der Herren, die in den Medien genannt werden. Zeit, den Spieß umzudrehen und jene in den Vordergrund zu stellen, die dafür sorgen, dass auch alles, was nach dem Pass geschieht, reibungslos klappt. Die Gastgeberinnen sind nämlich im selben Maße am Erfolg des Restaurants beteiligt und nicht bloß schöne Zierde. Sei es Eveline Eselböck, die den Gästen im Restaurant taubenkobel ausschließlich reinen Wein einschenkt, oder ihre Tochter Barbara, die gemeinsam ein unschlagbares Team bilden. Oder Birgit Reitbauer, das Charmebündel mit Grandezza aus dem Steirereck in Wien, die wie Thayarni Kanagaratnam aus dem Restaurant la vie in Osnabrück Perfektion fordert und fördert. Auch Yildiz Bau zählt du den Superfrauen – denn sie alle eint eines: Leidenschaft, Charme und Ehrgeiz.

Birgit ReitbauerBirgit Reitbauer
Restaurant Steirereck

Meine Damen und Herren, dürfen wir vorstellen: die Perfektion in Reinform. Birgit Reitbauer ist das Role Model in Sachen Gastgebertum – und das zu Recht (und durch diverse Auszeichnungen bestätigt). Die Patronne des Steirereck schupft charmant das beste Restaurant Österreichs und bezeichnet sich schlicht als „Mädchen für Alles“ – was eigentlich Serviceleitung, Büroorganisation und Personalagenden bedeutet. Charmante Frau auf dem Weg zur Grande Dame Wäre aber auch passend …

Was sind Ihre Stärken?
Konsequenz, Sturheit (no na als Steinbock) und Ausdauer sowie immer gut gelaunt sein.

Als AllRounderin, gibt es da etwas, was Sie besonders gerne machen?
Eigentlich mache ich alles gerne. Von der Gästebetreuung bis zum Kaffeekochen im Meierei-Office – ich habe mit keiner Arbeit ein Problem.

Und mit Arbeiten haben Sie ja früh begonnen …
Ich bin schon während meiner Schul- und Studienzeit regelmäßig nebenbei arbeiten gegangen. So konnte ich mir ein paar meiner Jugendträume schneller erfüllen und das hat mir in meinem tatsächlichen Berufsleben extrem viel gebracht. Ich bin meinen eigenen Weg gegangen und habe heute den für mich perfekten Job gefunden. Schon mit 13 Jahren war für mich klar, dass die Gastronomie das Umfeld ist, in dem ich arbeiten möchte.

Gibt es ein Motto, an das Sie sich halten?
Einen neuen Spruch habe ich jetzt erst gelesen, der ist von Dr. Georg Wailand und gefällt mir besonders gut: „Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!“

Thayarni KanagaratnamThayarni Kanagaratnam
Restaurant la vie

Hart, aber herzlich gibt es nur im Fernsehen? Nein, das gibt es auch im Restaurant la vie in Osnabrück. Dort wacht Thayarni Kanagaratnam mit gestrengem Blick und charmanter Herzlichkeit über alle Tische – und strahlt dabei Gelassenheit und Ruhe aus. Für ihren herzlichen Service wurde Thayarni Kanagaratnam bereits vom Gault Millau zum „Oberkellner des Jahres“ ausgezeichnet. Also doch ein bisschen starrummel …

Mit einem Wort: Was machen Sie?
Meine Berufsbezeichnung ist „Gastgeberin“ und so fühle ich mich auch. Mein Betätigungsfeld ist der gesamte Bereich, in dem Gäste mit dem la vie in Berührung kommen, von der Reservierung bis zur Verabschiedung. Ich fühle mich aber auch für das Ambiente verantwortlich. Blumen und Dekoration gehören also auch dazu.

Wie würden Sie sich selbst und ihren Führungsstil beschreiben?
Ich weiß, was ich will und verfolge beharrlich meine Ziele. Ich weiß, ich bin eine strenge Chefin, aber dies mit großem Herz. Außerdem sagt man mir nach, dass ich ein gutes Bauchgefühl und eine gute Menschenkenntnis habe.

Der schönste Moment des Tages …
Am Nachmittag die Blumen für die einzelnen Tische dekorieren ist mein tägliches Highlight, bei dem ich auch Ruhe und Entspannung finde. Schön finde ich aber auch die stressige Zeit und wenn dann so langsam der Abend zu Ende geht und man den Gästen die Zufriedenheit ansieht. Nach anstrengenden Abenden entspanne ich dann manchmal noch gerne, indem ich für die Mitarbeiter ein tamilisches Gericht koche.

Yildiz BauYildiz Bau
Victor’s Gourmet-Restaurant Schloss Berg

Ein charmantes Persönchen, diese quirlige Dame, die seit April 1998 Serviceleitung und Gastgeberin im Victor’s Gourmet-Restaurant Schloss Berg in Perl-Nennig ist. Auf der Vita von Yildiz Bau, der Ehefrau von 3-Sterne-Koch Christian, finden sich zuvor allerdings auch nur Perlen der Gastronomie wie das Restaurant Le Canard in Offenburg oder auch das Restaurant Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach.

Sie haben sich konsequent in hochdekorierten Häusern hinaufgearbeitet. Wie würden Sie Karriere definieren?
Die Basis für eine ordentliche „Karriere“ ist immer eine fundierte, breit gefächerte und solide Ausbildung. Danach sollte jeder Attribute wie Demut, Zielstrebigkeit, Qualitätsbewusstsein, Beharrlichkeit und Ehrgeiz verinnerlichen und leben. Dann ist der Weg für eine berufliche Karriere geebnet.

Dann ist das also Ihre Strategie für Erfolg?
Das und meine Liebe zum Beruf, der Rückhalt meiner Familie und meines Mannes sowie unser junges, engagiertes Serviceteam.

Welchen Teil ihres Jobs machen Sie denn am liebsten?
Eigentlich bin ich ja Hausfrau, Mutter zweier Töchter, Ehefrau eines Kochs und Restaurantleiterin. Da gibt es jeden Tag neue, individuelle Herausforderungen. Sich denen zu stellen, das mache ich wirklich gerne.

Eveline und Barbara EselböckEveline & Barbara Eselböck
Restaurant taubenkobel

In Schützen am Gebirge spielt man in der Küche und im Service doppeltes Lottchen: Die Ehemänner, Walter Eselböck und Alain Weissgerber, am Herd und die sympathische Eselböck’sche Damenriege an der Front – die sich mit diversen Betrieben eigentlich über das gesamte Burgenland zieht. Eveline und ihre Tochter Barbara sind dabei so was wie die personalisierte Taubenkobel-Philosophie: Bodenständig, herzerwärmend, unverwechselbar und irgendwie selbst ein stück Kunstwerk.

Was macht Sie erfolgreich?
Eveline: Wir leben das, was wir lieben.
Barbara: Das unterstreiche ich voll. Ich bin allerdings eher der Pragmatiker, vielleicht ist Teil meiner Stärke mein Zugang zur Gastronomie. Denn der ist nicht nur der gastronomische. Würde ich nicht „unsere“ Art von Gastronomie leben dürfen, würde ich wahrscheinlich in der Kunst oder Mode arbeiten.
Eveline: Mein Stärke sehe ich in der Liebe zum Menschen, in meiner Konsequenz, Geradlinigkeit und Leidenschaft.

Steil nach oben verläuft auch Ihr Karriereweg – wie würden Sie denn Karriere definieren?
Eveline: Karriere ist für mich der Luxus, den Großteil meiner Zeit in das zu stecken, was mir riesig Spaß macht: mein Beruf.
Barbara: Über den Begriff hab ich mir eigentlich nie Gedanken gemacht und ich finde das Wort irgendwie unsympathisch.

Und Falls sie sich eine Auszeichnung wünschen dürften?
Eveline: Meine größte Auszeichnung ist meine Familie, die neben dem Geschäft zu einer stattlichen Sippe herangewachsen ist und mich sehr glücklich macht.
Barbara: Wünsche gehen immer in die private Richtung … Alles, was im Arbeitsleben passiert, kann sich jeder Einzelne erarbeiten, durch Konsequenz, Talent, Intelligenz und ein Quäntchen Glück.

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