Ausgabe 222, Porträts

Richard Rauch: Immer in Bewegung

Vom Koch zum Gastronomen: Die Tage von Richard Rauch scheinen mehr als 24 Stunden zu haben. Die Pläne des steirischen Spitzenkochs sind beflügelt von der Leidenschaft und gebunden an seine Wurzeln.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Monika Reiter, Claudio Martinuzzi

Stetig im Wandel

Vor 15 Jahren übernahm Richard Rauch mit nicht einmal 18 Jahren die Küchenleitung des Steira Wirts in Trautmannsdorf im Südosten der Steiermark. Heute gehört der 32-Jährige zur Elite der österreichischen Köche. Doch ausruhen will er sich darauf nicht: 2018 ist für Rauch das Jahr der Veränderung. Das eigene Hotel steht ganz oben auf der To-do-Liste des Innereien-Liebhabers, der das traditionelle Wirtshaus der Eltern zu einem mittelgroßen Genuss-Imperium mitten in der Pampa verwandelt.

Es geht in die heiße Phase, denn das geplante Hotel soll schon im Herbst eröffnen. Wie ist der aktuelle Stand? 
Richard Rauch: Noch befindet sich das Hotel im Umbau. Das Haus wird zurzeit kernsaniert, ein Drittel wurde komplett abgerissen und neu aufgebaut, sodass acht Doppelzimmer inklusive zwei Suiten entstehen. Am 31. August soll der erste Kochkurs in der neuen Kochschule, die sich auch im Hotel befindet und ebenfalls als Seminarraum nutzbar ist, stattfinden.

Wie kam es zur Idee? 
Rauch: Die Idee entstand schon vor drei Jahren. Seither haben wir die Behördengänge und rechtliche Dinge geregelt, damit es mit dem Bau losgehen konnte. Gekauft haben wir das Gebäude, das sich gegenüber vom Restaurant befindet, schon vor fünf Jahren. Es gibt keine Gästezimmer in Trautmannsdorf. Wir haben immer wieder beobachtet, dass sich unsere Gäste zurückhalten und den Abend nicht voll genießen können, weil sie in der Nacht zum Beispiel eine Stunde zurück nach Graz fahren. Mit dem Hotel wollen wir die Möglichkeit bieten, einen entspannten Abend zu verbringen, ohne an die Heimfahrt denken zu müssen.

Welches Konzept verfolgen Sie mit dem Hotel? 
Rauch: Es soll ein kleines, feines Hotel werden. Das Haus wurde 1913 erbaut und man soll als Gast weiterhin spüren, dass es ein altes Haus im Jugendstil ist. Wir haben jetzt die Chance, uns neu zu zeigen. Wir sind aber keine Lifestyle-Typen, deshalb wird auch das Hotel authentisch, südoststeirisch mit modernen Akzenten, aber auch funktionell. Das Design muss immer funktionell sein. Es wird eine Klimaanlage, einen Balkon sowie ein perfektes Bett geben und soll unsere Wurzeln auf moderne Art vermitteln. Kleinigkeiten, die große Wirkung zeigen, wie ein kulinarischer Gruß im Zimmer, sollen das Ganze abrunden. Außerdem wird die Kochschule integriert, in der auch das Frühstück serviert wird. Dabei setzen wir auf à la carte. Dadurch, dass das Hotel so klein ist, möchten wir auch das Frühstück so persönlich und individuell wie möglich aufziehen. Auch beim Check-out wollen wir flexibel sein – Gäste dürfen bis 13 Uhr im Zimmer bleiben und ausschlafen.

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18.05.2018