Ausgabe 230

Wie der Österreicher Aldo Sohm zum besten Sommelier der Welt wurde

Er lebt den Amerikanischen Traum: Wie Aldo Sohm von Bacardi Cola zu Wein kam, sich als Ösi in New York fühlt und mit viel Können zum besten Sommelier der Welt wurde.

Text: Andrea Böhm, Bernhard Leitner     Fotos: Thomas Haindl, Francesco Tonelli, Daniel Krieger Photography, Nigel Perry, Eduard Hueber, Shimon & Tammar, beigestellt

Der Tiroler Aldo Sohm verließ aus Liebe zum Wein und zu seinem Beruf als Sommelier seine Heimat und ging vor 14 Jahren nach New York. Heute gehört er zu den angesehensten Sommeliers der Vereinigten Staaten, hat unzählige Preise gewonnen, führt im Big Apple eine Weinbar und ist Eric Riperts Partner im Dreisterner Le Bernadin. Trotz dieser Fülle an Erfolgen ist der 47-Jährige alles andere als abgehoben und nach wie vor ein Sommelier aus Leidenschaft.

Wein war urprünglich nicht gerade Ihr Lieblingsgetränk. Wieso wurden Sie dann Sommelier? 
Aldo Sohm: Wein hat mir gar nie so geschmeckt, ich hatte mehr Zugang zu Bacardi Cola. Aus heutiger Sicht fast unvorstellbar. Es hat dann angefangen, als ich gearbeitet habe. Da hat’s zwei Schweizer Pärchen gegeben, die genauso sind, wie ich heute. Die waren beim Frühstück schon ganz aufgeregt, was sie zum Mittag- und Abendessen bekommen und welchen Wein sie dazu trinken werden. 

Das war der Scheidepunkt auf meinem Weg, wo ich mich entscheiden musste: entweder nachzulesen und zu lernen und Empfehlungen zu geben oder einfach ignorant zu sein und zu sagen: Das weiß ich nicht. Die Variante eins war für mich logischer und dadurch habe ich erkannt, wie interessant das Thema ist.

Think big. Sind Sie daher in New York gelandet? 
Sohm: Es gibt ja gar keinen Grund, klein zu träumen, das macht ja überhaupt keinen Sinn. Das habe ich in Amerika gelernt und speziell in New York muss man wirklich aufpassen, was man träumt, denn das könnte wirklich passieren. 

Wie kam es dazu, dass Sie im Big Apple Fuß gefasst haben? 
Sohm: Ich habe für Wettbewerbe trainiert, mein Englisch war okay, aber nicht gut genug. Da habe ich gesehen, dass alle Topleute im Ausland wohnen, und ich hab mir gedacht: Ja, das kann ich auch. Mit 33 Jahren habe ich dann entschieden, nach New York zu gehen, weil London nicht weit weg genug war.

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02.11.2018