Ausgabe 129, Arbeiten im Ausland

Job-Hunter - Brasilien

Hochkonjunktur am Zuckerhut: neue Luxushotels entstehen im Wochentakt und suchen talentierte Fachkräfte. Der Guide zum Karrierekarneval.

Fotos: Shutterstock, Casa Grande Hotels Resort & SPA, Copacabana Palace, L Hotel Porto Bay São Paulo, Hotel das Cataratas, Sheraton Rio Hotel & Resort

Job-Hunter - Brasilien

Investment-Samba in Brasilien: Laut tophotelprojects.com werden in Brasilien in den kommenden Jahren 18 neue Hotels im First-Class- und Luxussegment mit rund 2800 Zimmern gebaut. Das größte Hotelprojekt ist das Sheraton Hotel and Convention Center in Reserva do Paiva mit 289 Zimmern. Und dem nicht genug: Zwei Großereignisse setzen weitere enorme Investitionen in Brasilien frei. Zur FIFA Fußball-WM 2014 in zwölf großen Städten und zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 werden laut einer Studie von Germany Trade & Invest (GTAI) rund 40 Milliarden Euro in Flughäfen, Stadien, öffentlichen Nahverkehr, Sicherheits- und Umwelttechnik sowie wichtige Energieaspekte investiert.

Durch die hohe Nachfrage und die vielen Investitionen sind Fachkräfte gefragt.

Stefan Bünning, Executive Chef im Sheraton Rio Hotel & Resort

Der Hamburger Stefan Bünning ist Executive Chef im Sheraton Rio Hotel & Resort und hat aus genau diesen Gründen in den fünftgrößten Staat der Welt gewechselt: „Das Jobangebot ist derzeit gewaltig. Durch die hohe Nachfrage und die vielen Investitionen kommt es sogar zu Engpässen. Qualifizierte Kräfte gibt es wenige auf dem Markt und Talente sind meist sehr schwer zu halten. Außerdem wollte ich unbedingt im fußballbegeisterten Brasilien bei der Weltmeisterschaft 2014 dabei sein.“ Tatsächlich sind viele brasilianische Mitarbeiter im Hotel- und Gastgewerbe noch nicht genügend ausgebildet und brauchen teilweise strukturierte Anweisungen und Orientierung. Hotellerie oder Gastronomie zu studieren, kommt gerade erst in Mode, zudem haben viele ältere Mitarbeiter noch keine sprachliche Ausbildung und sind daher nur begrenzt einsetzbar.

Gearbeitet wird jedoch hart und lange. Denn egal mit wem man spricht, man hört meist dieselbe ernüchternde Aussage: Wer glaubt, in São Paulo oder Rio unter Palmen und mit der Caipirinha in der Hand ein paar entspannte Jahre abzuleisten, hat sich getäuscht. Hier wird nämlich in der Regel ein bis zwei Stunden länger als in Deutschland gearbeitet. Und das Leben ist teuer. Die Lebenshaltungskosten in Brasilien machen vor allem Expats regelmäßig sprachlos. Auf Platz drei weltweit steht Brasilien heute auf dem Big-Mac-Index des Economist, mit dem die Fachzeitschrift Preise und Kaufkraft von Staaten weltweit vergleicht. Nach Norwegen und der Schweiz ist der Burger in Brasilien global gesehen am teuersten.

Der Preis-Check

Das Wichtigste im Preis-Check

1 Tasse Kaffee: € 1,06

1 Tafel Schokolade: € 2,150,33 l Bier: € 0,401 l Benzin: € 1,091 Packung Zigaretten: € 3,35...

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12.07.2012